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Kenia
Weltenansicht Kenia




Kenia Reisebericht

Prolog zur Kenia Reise

Seit ich als Kind Grzimeks Dokumentarfilm „Serengeti darf nicht sterben” gesehen habe, war mein Traumreiseziel klar: Tansania!
Ich erlag der Magie Afrikas also sehr zeitig, aber erst ungefähr 25 Jahre später, nach langem Sparen und viel Vorfreude, ist es für meinen 9 Jahre alten Sohn Hannes und mich endlich soweit und wir besteigen den Flieger Richtung - nein, leider geht die Reise nicht zu einem der tansanischen Flughäfen, sondern in Richtung Mombasa, nach Kenia.
Es sind ausschließlich finanzielle Gründe, die mich unser Reiseziel ein wenig weiter nach Norden verlegen lassen - Tansania ist (mit Botswana) das teuerste Reiseziel Afrikas und für eine allein erziehende Angestellte in Teilzeit wie mich einfach nicht drin - leider! Tröstlicherweise gibt es auch in Kenia viele schöne Nationalparks (drei davon werden wir in den ersten fünf Tagen unserer Reise besuchen) und auch den Kilimandscharo kann man von Kenia aus sehen.

Kenia SafariElefanten im Morgennebel - der Kilimandscharo ist noch wolkenverhangen

Das Land ist ganzjährig zu bereisen, allerdings wird es während der Trockenzeit sehr heiß. Glücklicherweise fällt das Ende der Regenzeit mit dem Beginn unser Schulferien zusammen - perfektes Timing! Wir haben alles, was wir (laut Reiseveranstalter) auf Safari brauchen, unter anderem einen guten Mückenschutz (bloß kein Autan, damit sind afrikanische Mücken angeblich nicht abzuschrecken), Kleingeld für das überall in Afrika übliche und gern gesehene „Tip”, feste Schuhe und eine Kopfbedeckung für die Safari und ein Moskitonetz - es kann also losgehen!

Safari Reise und Badeurlaub in Kenia

10.07.

„Pole pole” - das ist das erste Kisuaheli-Wort, was ich lerne, nachdem ich kenianischen Boden betreten habe, genauer gesagt: die Ankunftshalle des Flughafens „Daniel Arap Moi” in Mombasa.

Mombasa FlughafenMoi International Airport Mombasa

„Pole pole”, nämlich „langsam, langsam” und immer mit der Ruhe, geht es voran in der Abfertigungsschlange vor dem Einreiseschalter. Wir Deutschen, an Effizienz und Gründlichkeit gewöhnt, scharren ungeduldig mit den Füßen, als der Beamte hinter dem Schalter jeden Ankömmling begrüßt, sich eingehend mit dem Einreiseformular beschäftigt und von jedem Touristen ein Foto macht. Nach 8 Stunden Flug und zweieinhalbstündiger Verspätung ist ein bisschen Ungeduld ja auch verständlich. Nach 2 Stunden haben wir es geschafft und stehen im gleißenden Sonnenschein draußen vor dem Airport.
Sofort sind wir umringt von eifrigen Kofferträgern, die sich nicht davon überzeugen lassen, das wir unser Gepäck problemlos selbst befördern können. Erstens stehen die Safari-Busse nicht weit entfernt auf dem Parkplatz, zweitens haben die Koffer praktischerweise Räder und lassen sich leicht ziehen - das ist den „Luggage-Boys” aber wurscht. Also überlasse ich den Griff meines großen, grauen Koffer-Ungetüms vertrauensvoll einem der jungen Männer. Er zieht ihn die ca. 20 Meter bis zum Parkplatz, stellt ihn ab, lächelt, hält die Hand auf und sagt in fast akzentfreiem Deutsch: „Zwei Euro, bitte.” Waaaaas? Meine Güte, für so einen Stundenlohn würde ich auch arbeiten, keine Frage! Aber natürlich bin ich nicht knauserig, was soll's, es ist schließlich Urlaub.
Nach einer für kenianische Verhältnisse recht kurzen Wartezeit ist der etwas in die Jahre gekommene Nissan Safari-Bus mit Passagieren gefüllt und wir starten in unser afrikanisches Abenteuer. Der Veranstalter hat die Urlauber-Sitzordnung clever gewählt: außer mir und meinem Junior sitzt noch eine allein erziehende Enddreißigerin mit ihrem Filius im Bus. Gleichaltrig, beide ausgestattet mit einer Nintendo DS (falls es unterwegs mal langweilig wird) und tatsächlich beide Fans von Schalke 04 - besser geht's nicht! Karim ist, wie Hannes, ein offenes, fröhliches Kind, der wundervoll gemütliches Schwäbeli spricht. Ich mag ihn und seine Mutter Martina auf Anhieb. Martinas Freundin Anja sowie zwei junge Frauen aus Österreich machen die Passagierliste komplett. Der wichtigste Mann im Bus, unser Fahrer und Tour-Guide Omar, ist ungefähr 45, trägt eine Adidas-Baseballkappe und fährt uns über eine erstaunlich gute Straße zu unserem ersten Ziel, dem „Rockside Camp” im Nationalpark „Tsavo West”.

Rock Side CampRock Side Camp

Der Ausblick aus dem Autofenster ist wenig spektakulär und so sind wir alle nach kürzester Zeit weggenickt.
Am späten Nachmittag erreichen wir das Camp. Einsam gelegen und nur über eine staubtrockene, kilometerlange Sandpiste zu erreichen, die Schlafbungalows mit dem Nötigsten ausgestattet, aber pieksauber und vom kleinen Pool aus bietet sich ein wunderschöner Blick in eine weite, trockene Ebene, die von wenigen, hohen Bergen begrenzt wird - ich bin begeistert. Das Abendessen besteht aus köstlichem Grillfleisch, Salat und frischem Brot und obwohl es tatsächlich einen kleinen Fernseher gibt und das WM-Halbfinale läuft, protestiert Hannes nur der Form halber, als ich ihn um halb 8 ins Bett schicke....reisen ist ganz schön anstrengend!
Paviankreischen, das Rascheln von vielen, kleinen Tieren auf dem Hüttendach aus Palmwedeln, das Rauschen des Windes - ich brauche lange, um einzuschlafen. Junior hingegen ist nach wenigen Minuten weggepennt.