HomeReisefotografie   |   ReiseinfosLänderinfos

Tunesien
Weltenansicht Tunesien




Der Süden zeigt das andere Tunesien – Reisebericht einer Tunesien Rundreise

Chott El Jerid und die Oase von Douz



Chott el DjeridSalzsee, Chott el Djerid

Wir beginnen unserer letzte Etappe durch den Chott El Jerid, dem größten Salzsee Tunesiens. Früher musste man ein Abenteurer sein, um den Chott el Cherid zu durchqueren. Viele Legenden erzählen von den Karawanen, die beim Durchqueren vom Chott El Jerid verschluckt wurden. Heute führt eine sehr sichere und gut ausgebaute Straße durch die Salzwüste. Dennoch ist der Zauber geblieben. Je nach Jahreszeit ändert der Chott El Jerid sein Aussehen: Ein Spiel zwischen schneeweißem Glitzern, blauem, lagunenartigem Seewasser und mondlandschaftähnlichen Ebenen. Und mit etwas Glück bekommt man sogar eine Fata Morgana zu sehen. Häuser, Klippen, Bäume, verschiedene Schattenbilder schweben dann über dem funkelnden Salzsee.

Dieses Glück haben wir leider nicht. Dafür können wir von Menschenhand geformte skurrile und farbige Figuren aus Salz bewundern - und - wie soll's anders sein - einen Souvenirladen mitten in der Salzwüste. An der Holzhütte hängt ein großes Schild „Billiger als bei Carrefour” und nebendran die Toiletten in blauer Farbe und unterteilt in "Normal" und "Komfort". Reiner Etikettenschwindel. Ein großer Unterschied besteht zwischen den beiden nicht. Und für beide muss man natürlich bezahlen. Ein junger Mann mit einem Wüstenfuchs kassiert vor dem Betreten. Und ein alter Mann spielt nicht weit entfernt neben einer Salzsäule Flöte - auch gegen Bargeld natürlich.

FlöteDer Mann mit der Flöte

Nach langer Fahrt durch den Salzsee gelangen wir schließlich an unserem Ziel an. Die letzte Oase: Douz, das Tor zur Wüste. Hier beginnen die unendlichen Dünen der Sahara, direkt hinter dem Zentrum des Wüstendorfes, das seit jeher Drehscheibe des Handels der Region ist. Douz hat inmitten von Sanddünen die Gebräuche und Traditionen des Halbnomaden-Volks konserviert. Nicht zuletzt mit seinem Donnerstagsmarkt, dem Kunsthandwerk aus Dromedarleder, dem Berberschmuck und der Zucht der Wüstenwindhunde, der sogenannten Slougis. Und jedes Jahr Ende Dezember findet hier das Saharafestival statt: Berber, Beduinen, Reiterspiele, Hochzeitszüge und Kamelrennen machen Douz dann zu einem lebendigen Museum der Wüstentraditionen.

Kamelrennen bekommen wir keine zu sehen. Wir begnügen uns mit einem nachmittäglichen Wüstenausflug auf einem Dromedar. Der Ritt ist gewöhnungsbedürftig. Während wir auf den Dromedaren durch die Sanddünen schaukeln verschwindet Douz am Horizont. Nach einer halben Stunde ist weit und breit nur noch Sand zu sehen und die Sonne, die sich langsam und stetig dem Dünen-Horizont entgegen neigt und die Wüste in ein dunkles Rot taucht. Vor uns zieht eine Kamelkarawane vorbei. Ansonsten absolute Ruhe, endloser Sand und endlich mal kein Plakat mit dem allgegenwärtigen Ben Ali.
Faszinierende Wüste.

Ein Reisebericht von Rolf Schwarz
Nuestra Señora del Coll 94
08450 Llinars del Vallès
(Barcelona)
Spanien

Kurzvita

Rolf Schwarz arbeitet als Journalist und freier Autor für deutsche Medien. Gebürtig in Frankfurt arbeitete Rolf viele Jahre als freier Mitarbeiter, Volontär und Redakteur (Politik, Wissenschaft und Technik, Automobil und Reise) für die Frankfurter Neue Presse (unter den Chefredakteuren Paul Pucher und Peter Fischer). Seit dem Umzug nach Spanien schreibt er als Freelancer für deutsche Zeitschriften und Zeitungen (ADAC-Reisemagazin, Reise&Preise, Die Zeit, Automobil-Produktion und Reise-Seiten anderer Medien). Unter anderem bearbeitete der Autor auch mehrere Jahre den IBIZA-Reiseführer von Marco Polo.

Alle Tunesien Reiseberichte

Anekdoten und Geschichten von Begegnungen auf Reisen durch Tunesien von Rolf Schwarz