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Tunesien
Weltenansicht Tunesien




Der Süden zeigt das andere Tunesien – Reisebericht einer Tunesien Rundreise

Höhlenhäuser in Matmata



Wir halten schließlich an einem Restaurant bei Matmata - rund 40 Kilometer südlich von Gabes - zum Mittagessen an. Urig. Ein ehemaliges Höhlenhaus, das zum Restaurant und Hotel umgebaut wurde, das freilich schon vor vielen Jahren, wie die abblätternde Farben der Mauer erkennen lässt. Das Essen in der langgezogenen und schummerigen Speisehöhle ist allerdings köstlich. Zur Vorspeise Salat und mit käsegefüllte Fladen und als Hauptspeise Couscous mit Hammelfleisch, Hühnchen und Gemüse. Dazu gibt es tunesischen Rotwein und als Abschluss zur Verdauungshilfe einen Boukha (Feigenschnaps). Auch wenn der Islam die offizielle Religion des Landes ist, ist der Alkohol hier nicht verboten. Im fruchtigen Norden des Landes wird Wein angebaut und hergestellt. Und der tunesische Schnapps hat es in sich. „Wir haben hier eine Light-Version des Islam”, meint Sami grinsend, während er einen genussvollen Schluck Rotwein zu sich nimmt. Unser Fahrer Jamal nickt zustimmend und mit süssauerer Mine. Er darf nicht. Schließlich muss er noch fahren.

Nächster Halt ist eines der Höhlenhäuser in Matmata, dass wir besuchen dürfen. Man muss schon genau hinschauen, um sie zu finden. Vor mehr als 1000 Jahren von den Berbern gebaut, dienten die versteckten unterirdischen Höhlenhäuser als Schutz vor der Sommerhitze und möglichen Invasoren. Der Hof ist meist bis zu sechs Meter tief in den Boden gegraben und bietet durch tunnelartige Eingänge Zugang zu den Zimmern an allen Seiten des Hofs. Größere Höhlenhäuser haben bis zu drei Höfe, die durch Tunnel miteinander verbunden sind.

Als wir das Höhlenhaus betreten, mahlt eine Berberin in einer Höhlennische mit einer uralten Steinmühle Korn. Ich suche vergeblich nach dem Korn. Alles nur Show. Die Räumlichkeiten sind aber echt. Küche, Schlaf- und Wohnzimmer sind einfach aber gemütlich eingerichtet. Letzteres hat sogar einen Fernseher, was die Satteliten-Schale auf dem Dach erklärt. Die Vorratskammer ist im Obergeschoss und nur über einen Strick zu erreichen. Sami nickt mir aufmunternd zu. Ich begnüge mich aber lieber mit dem Badezimmer im Erdgeschoss. Die Dusche lässt mich allerdings nachdenklich: eine Steinwanne mit einem runden Stein in der Mitte und kein Abfluss. Wie zum Teufel... .?

Beim Verlassen des Hauses wird klar, dass der Besuch nicht umsonst ist. Am Ausgang steht die Berberin mit einer Schale und sammelt von den Touristen Geld ein. Mein Versuch einen Dinar in die Schale zu legen wird mit einem ebenso stechenden wie missbilligendem Blick quittiert. Ich lege vorsichtshalber noch vier Dinar nach. Man will ja schließlich nicht als knauserig gelten. Nicht weit von hier in Tataouine wurde übrigens „Star Wars” gedreht. Das Dorf war Drehplatz des Wüstenplaneten Tatooine, Zuschlupf der Piraten und Schmuggler.

Weiterreisen ...

Im vierten Kapitel des Reiseberichts „Der Süden zeigt das andere Tunesien” geht die Tunesien Rundreise: