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Tunesien
Weltenansicht Tunesien




Der Süden zeigt das andere Tunesien – Reisebericht einer Tunesien Rundreise

Das Amphitheater von El Djem



Nach Kilometern von Olivenhainen links und rechts von der Straße taucht urplötzlich ein riesiges Gebäude vor uns auf: Das Amphitheater von El Djem, ein kleinerer Nachbau des Kolosseums in Rom und Zeuge des ungeheueren Reichtums der damaligen Bürger und Großgrundbesitzer von El Djem. Ebenso wohlhabend wie vom Leben in der afrikanischen Provinz gelangweilt ließen sie im Jahre 238 unter dem Proconsul Gordanius I dieses monumentale Amphitheater (Fassungsvermögen 35000 Zuschauer) errichten. Mit knapp 150 m Länge, 120 m Breite und einer Höhe von 40 m ist es das drittgrößte Amphitheater des römischen Reichs. Und das am besten erhaltene, wie ich bei einem Rundgang feststellen kann.

Amphitheater El DjemAmphitheater von El Djem

Und dies nicht etwa, weil es nie in Betrieb genommen wurde. Die Ränge des „afrikanischen Kolosseums” haben niemals Zuschauer und die Arena keine römischen Zirkusspiele gesehen. Und die düsteren Zellen und Verliese im Untergeschoss haben weder Löwen oder Tiger noch Gladiatoren oder verfolgte Christen beherbergt. Es war vielmehr Schauplatz des Aufstandes der Bürger El Djems gegen die römischen Steuereintreiber. Die Bürger verschanzten sich im Amphitheater und die Römer rissen eine ganze Seitenfront nieder, um die Rebellion zu beenden. Heute hat man von dort aus eine herrliche Aussicht auf die Stadt von El Djem, die von dem Theater überragt wie eine Spielzeugstadt wirkt.

Sami drängelt zur Weiterfahrt: „Wir sind spät dran und haben noch viele Kilometer vor uns.” Der Toyota (nicht gerade das neueste Modell) rattert mit 110 km/h nach Süden. Vorbei an Sfax mit den wuchtigen Altstadtmauern und Gabes, bekannt für die Henna-Produktion und Phosphat-Minen, und die Petrochemiestadt Gabes, die bekannt für ihre herrliche Strände ist. Wir halten einen Moment am Gewürzmarkt von Gabes. Nicht nur die Vielzahl der bunten Gewürze beeindrucken an den Ständen: Auf wenigen Quadratmetern konzentriert sich ein Gemisch von verschiedenartigsten Düften in der Luft, der uns später noch kilometerlang auf der Weiterfahrt begleitet.

Je weiter wir in den Süden und in die Nähe der Lybischen Grenze kommen, desto mehr sehen wir am Straßenrand kleine Stände und Hütten, an denen in Tonnen und Kanistern Benzin zum Verkauf angeboten werden. „Benzinschmuggler”, erklärt Sami. Das Benzin sei im Ölförderland Lybien spottbillig. Diesel koste dort pro Liter knapp 10 Cent. Viele Einheimische überqueren die Grenze mit Tonnen und Kanistern, um sich drüben mit Sprit einzudecken und dann am Straßenrand zu verkaufen. Eine andere Form sich den Lebensunterhalt zu verdienen.

Weiterreisen ...

Im dritten Kapitel des Reiseberichts „Der Süden zeigt das andere Tunesien” geht die Tunesien Rundreise zu den: