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Siena | Ein Foto-Reisebericht über die Farben Sienas ..


Es scheint, als ob Siena von den Veränderungen, die die Zeit mit sich bringt, kaum berührt wurde. Das mittelalterliche Flair dieser „Perle der Toskana” entführt den Besucher in eine andere Welt. Die ehemalige Rivalin des eher kraftvollen und wenig anmutigen Florenz zeigt sich braun und glühend, und erstrahlt in den Farben „gebrannter Siena-Erde”. Abends bei Kerzenschein und brennenden Fackeln meint man Hufgetrappel und Waffenklirren zu hören, mit dem stolze Ritter auf sich aufmerksam machten.


Eines hat sich seit dem 14. Jahrhundert in Siena ganz gewiss nicht verändert: das mittelalterliche und noch immer halsbrecherische Reiterspektakel, das zweimal jährlich im Juli und August stattfindet und die Stadt mit begeisterten Zuschauern schier zum Bersten bringt das Palio. An diesen beiden denkwürdigen Ereignissen erwacht Siena aus seinem Dornröschenschlaf und zeigt, welche Energie und Lebenslust in ihr steckt. Nun schauen die charakteristischen hohen Backsteinpaläste auf ein buntes Treiben hinunter, das sich rund um die berühmte Piazza del Campo abspielt. Die gepflasterten Straßen füllen sich mit fantasievoll herausgeputzten Pferden und ihren nicht minder farbenfroh ausstaffierten Reitern. Selbst der berühmte zweifarbige Dom, das weithin sichtbare Wahrzeichen Sienas, tritt an den Renntagen seine Vorrangstellung an das Palio ab.

Der zwischen den Bezirken oder Gemeinden von Siena ausgetragene Wettkampf ist so etwas wie eine städtische Ehrensache. Die zehn sich bekämpfenden Gemeinden, contrade genannt, tragen eigentümliche Namen wie Niccio, Oca, Tartuca oder Torre (Seemuschel, Gans, Schildkröte, Turm) und treten jedes Jahr mit den gleichen Pferden an, die vorher unter den contrade ausgelost wurden. Das Rennen verläuft rund um eine auf dem Campo mit festgestampftem Lehm und aufgeschütteter Erde angelegten Bahn. Barrieren aus Holz schützen die Zuschauer vor den wirbelnden Pferdehufen. Die Kurven der Bahn werden mit Matratzen ausgepolstert, um gefährliche Stürze nach Möglichkeit abzumildern. Sieger des Palio ist übrigens nicht zwingend ein Reiter; sollte bei dem Renngetümmel ein Pferd reiterlos geworden sein und von seiner Last befreit als Erster ins Ziel gelangen, dann ist das Tier der Gewinner des Tages und wird entsprechend als Held gefeiert.

Das Palio ist genau das richtige Spektakel, um die Vorzüge Sienas in beeindruckender Weise zur Geltung zu bringen. Sobald der Trubel verklungen ist, herrscht wieder die märchenhafte Gelassenheit, in deren Bann man diese wunderschöne Stadt in aller Ruhe und ganz für sich allein entdecken kann.