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Südafrika Bevölkerung & Sprachen


Die Apartheid gibt es offiziell nicht mehr! Und nun steht ein "Neues Land" vor der Aufgabe seine vielen Probleme zu lösen. Unter Bevölkerung & Sprachen erfahrt Ihr mehr über die verschiedenen Kulturen. Vielleicht ist es meine wichtigste Seite wenn es darum geht ein Land zu verstehen?

Dieses Kapitel habe ich zur besseren Veranschaulichung der vielen verschiedenen ethnischen Gruppen in Südafrika geschrieben. Es soll zeigen woher der Konfliktstoff vor, während und nach der Apartheid unter anderem kam.

:: Bevölkerung
Bei der Ankunft der Europäer im südwestlichen Afrika lebten dort Hottentotten und Buschmänner (Khoi, Khoikhoin und San), die man auch als Khoisanide und deren Sprache als Khoisan-Sprache bezeichnet. Die Hottentotten, Hirten mit Rinder- und Schafherden, sind bis auf eine kleine Gruppe der Nama ausgestorben oder in der Gruppe der Mischlinge aufgegangen.
Die 4o,3 Millionen Einwohner Südafrikas sind auch heute noch kulturell sehr verschieden. Man unterscheidet letztlich in vier große, von Apartheid-Gesetzen geschaffene Gruppen; die Schwarzen (Blacks, rund 76% der Bevölkerung), die Weißen (Whites, rund 13%), die Farbigen (Coloureds, rund 9%) und die Asiaten (Asians, rund 2,5%).

Die Schwarzen gehören zu den Negriden, ihre Sprachen zu den Bantu-Sprachen. Die neun wichtigsten der schwarzen Völker sind Zulu, Xhosa, Tswana, Sotho, Tsonga/Shangaan, Swazi, Pedi, Venda und Ndebele. Sie haben jeweils eigenständige Kulturen und Traditionen und sind in zahlreiche Stämme aufgegliedert. Die Sotho und Swazi leben heute in den Nachbarländern Lesotho und Swaziland.
Viehhaltung und Ackerbau waren traditionell Wirtschaftsgrundlage. Feldarbeit war Aufgabe der Frauen. Rinder waren notwendig zur Entrichtung der Lobola, dem Preis, mit dem bei Heirat der Familie der Braut für den Verlust an Lebenskraft zu entschädigen ist. Auch wenn vielfach Geldzahlungen an die Stelle der Rinder getreten sind, ist diese Sitte noch lebendig.
Die Steuererhebung der Weißen machte eine Umstellung auf Geldwirtschaft nötig. Männer wanderten in Bergbau- und Industriebetriebe ab, was nachhaltig die Bindungen von Großfamilie, Dorfgemeinschaft und Stamm auflöste. Überzeugungen wie Ahnenverehrung, Glaube an Hexen, Magie ..., deren Beseitigung das Christentum forderte, sind in mancherlei Formen in den etwa 4ooo unabhängigen Kirchen der Schwarzen (African Indigenous Churches) lebendig geblieben.

Die Weißen haben bis 1994 das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben des Landes bestimmt. Mehr als die Hälfte sprechen Afrikaans; sie stammen von Niederländern, Deutschen und Franzosen ab, die sich nach 1652 in Südafrika niederließen. Weil sie meist Bauern waren, wurden sie Buren genannt. Die englischsprachigen Weißen sind Nachkommen der Briten, die seit 1795 nach Südafrika kamen und nach langen Auseinandersetzungen die Vorherrschaft gewannen. Zwar waren seit 191o alle Ministerpräsidenten Buren, die politische Macht ging aber erst 1948 vollständig an die burische Nationalpartei über. Vor allem die französischen (Hugenotten) und deutschen Einwanderer haben viel zur Entwicklung des Landes beigetragen und überall, auch mit Familien- und Ortsnamen, ihre Spuren hinterlassen.

Die Farbigen bezeichnet Mischlinge von Weißen und Hottentotten, Buschmänner, Sklaven aus Westafrika und Ostindien oder Angehörigen der Bantu Völker, sowie die rund 2ooooo Kap-Malaien. Diese sind Nachkommen von Malaien, die von der Niederländisch-Ostindischen Kompanie als Sklaven nach Südafrika gebracht worden waren. Als strenggläubige Muslime werden sie von ihrer Religion und der lebendigen Tradition als eigenständige Gemeinschaft zusammengehalten. Die durch Apartheid-Gesetze veranlaßte Vernichtung ihres Wohngebietes, des District Six, das "weißes" Wohngebiet werden sollte und 1966 planiert wurde, erregte weltweite Empörung und ist bis heute nicht vergessen. Das Gebiet ist noch immer unbebaut. (Die Baumaßnahmen und die damit verbundene Klärung von Grundbesitz gehen durch die südafrikanische Bürokratie recht schleppend voran und so wird es wohl noch mindestens 1o weitere Jahre brauchen, bis die ursprünglichen Besitzverhältnisse wieder her gestellt sind. Heute, am 22.o2.2oo4, sind gerade einmal zwei Häuser im Wiederaufbau.) Die meisten Farbigen leben in den Kap-Provinzen, in Kultur und Lebensweise den Weißen stark angepaßt. Rund 85% sprechen Afrikaans und sind Christen.

Die Asiaten (70% Hindu, 2o% Muslime, 1o% Christen) in Südafrika sind überwiegend indischer Herkunft. Sie waren seit 186o für die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen nach Natal geholt worden. Nach Ablauf ihrer Verträge konnten sie zwar nach Indien zurückkehren, die meisten zogen es jedoch vor, zu bleiben, und andere, vor allem Händler, folgten. Sie leben heute in der Provinz KwaZulu/Natal und sprechen Englisch.

57% der Gesamtbevölkerung leben in den Städten. Die anhaltende starke Landflucht, vor allem aus Transkei und Ciskei, führt zur Ausweitung und Neuentstehung von Elendsvierteln, den Townships.

:: Sprachen
Nach der Verfassung von 1994 sind Englisch, Afrikaans und die Sprachen der wichtigsten schwarzen Völker Zulu, Xhosa, Swazi, Ndebele, Pedi, Tswana, Sotho, Venda und Tsonga gleichberechtigte Amtssprachen. Englisch ist aber Hauptumgangssprache.

 Taal Monument, Paarl Afrikaans, die jüngste Sprache der Welt, wird von 14.5% der Bevölkerung gesprochen. Bei der eigenständigen Entwicklung der Sprache der niederländischen Siedler blieben Wörter erhalten, die es im niederländischen nicht mehr gibt, andere haben ihre Bedeutung geändert. Wörter aus malaiischen und afrikanischen Sprachen kamen dazu.
Das Taal Monument in Paarl wurde 1975 erbaut und gilt als Denkmal der Etablierung als jüngste Sprache auf der Welt.

Englisch, das die Muttersprache für 8,4% der Bevölkerung ist (95% der Inder, 39% der Weißen, 15% der Coloureds, o,2% der Schwarzen), wird fast überall verstanden.

Die Sprachen der Schwarzen gehören zu vier verwandten Hauptgruppen der Bantu-Sprachen; Nguni, Sotho, Tsonga und Venda. 22,4% der Bevölkerung sprechen Zulu (vor allem in KwaZulu/Natal, Mpumalanga, Gauteng), 18,3% Xhosa (v.a. Ost-Kap, Nord.West-Provinz, Freistaat, West-Kap), das lustige Klicklaute aus Hottentotten- und Buschmannsprachen übernommen hat. Zulu, das fast zur Lingua franca geworden ist, wird zunehmend auch von anderen Bantu-Völkern verstanden und gesprochen.