HomeReisefotografie   |   ReiseinfosLänderinfos

Kenia
Weltenansicht Kenia

Booking.com


Souvenirs, Souvenirs

Bonbons und Ebenholz am Galu Beach

18.07.

Wir hatten heute wieder viel Spaß, mein Sohn, die Jugendfußballmannschaft vom Strand und ich. Besonders, weil ich neben Sonnencreme und Fotoapparat diesmal auch eine Pfundtüte Bonbons in meiner Strandtasche zum Galu Beach mitgenommen habe. Diese überschäumende Freude werde ich nie vergessen - für die Jungs hat ein Bonbon wahrscheinlich Seltenheitswert. Schon vorher wurde ich mit großer Höflichkeit behandelt, aber jetzt bin ich ganz klar die neue Lieblingstouristin am Strand. Die Verabschiedung war goldig: In einer Reihe standen die Jungs vor mir und gaben mir nacheinander die Hand. Das hätte ich bei Hannes' Kumpels daheim in Deutschland auch gerne mal! „Byebye, Candy-Lady, see you next day!” Aber gern - und einen schöneren Spitznamen habe ich noch nie bekommen!

Beach-Soccer Galu BeachSoccer am Galu Beach

Unsere zweite einheimische Urlaubsbekanntschaft hat mich und Hannes für den nächsten Nachmittag zu sich nach Hause eingeladen. Mara Zani ist Anfang Zwanzig und arbeitet als Souvenirverkäufer am Strand. Mit einer kleinen Auswahl Ebenholzschnitzereien bewaffnet, streift er tagaus, tagein den Galu Beach entlang und umwirbt jeden, der nach Tourist aussieht. „Hello, how are you? Nice to meet you! Where are you come from?” Undsoweiterundsoweiter. Der erste Reflex ist allgemein eine barsche Antwort und eine etwas schnellere Gangart. Aber wer genauer hinschaut, erkennt Unterschiede im Verhalten der vielen, vielen Männer (und wenigen Frauen), die versuchen, ihre Ware, vom Elefanten aus Speckstein bis zum Bootsausflug ans nächste Korallenriff, an den Mann bzw. den Touristen zu bringen. Es gibt die aggressiven, aufdringlichen Verkäufer, die sich selbst im Wasser nicht abschütteln lassen, sondern seelenruhig neben einem her schwimmen und weiterreden, obwohl man schon dreimal laut und deutlich „No, thank you!!” gesagt hat. Und es gibt Verkäufer wie Mara Zani. Sehr höflich, zurückhaltend und schon deshalb ist man geneigt, diesen Leuten eher zuzuhören. In meinem Fall wechselten nach kurzer Verhandlung zwei kleine Schlüsselanhänger aus Ebenholz zu einem durchaus angemessenen Preis in meinen Besitz über. Danach kamen wir ins Plaudern. Mara sprach ein recht gutes Deutsch und war ein netter Gesprächspartner. Nach einem zweistündigen Spaziergang hatte ich viel über ihn und seine Familie erfahren. Er lebt mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und zwei kleinen Stiefgeschwistern in einem Dorf am Stadtrand von Ukunda. Ob wir ihn und seine Familie nicht einmal besuchen möchten?
Klar, viele werden beim Lesen jetzt die Augen verdrehen und denken: ist doch klar, der Typ will an die Kohle der (in seinen Augen) reichen Deutschen und die ist so naiv und lässt sich ausnehmen! Der Gedanke ist mir anfangs auch gekommen, aber so einfach ist es nicht. Ich möchte jetzt auch nicht lange über Intuition und Bauchgefühl schreiben, denn so etwas gehört nicht in einen Reisebericht - ich bin mir sicher, das Maras Einladung einfach nur nett gemeint ist und deshalb werden wir ihr folgen und morgen zum ersten Mal einen Ort fernab touristischer Sehenswürdigkeiten besuchen. Ich bin gespannt!